FINDET NICHT STATT!


Liebe Freunde unserer Atelier-Schmiede:

Das fröhliche Treffen zum 1. Advent
kann in diesem Jahr leider aufgrund der aktuell schwierigen Lage NICHT stattfinden.

Trotzdem können Sie gerne jederzeit bei uns vorbei schauen, wenn Sie auf der Suche nach etwas Besonderem sind. Atelier und Ausstellung sind wochentags bis 17:00 und am Wochenende nach Vereinbarung geöffnet.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Bleiben Sie gesund!

Zwei Handschriften in Stahl – Fritz und Achim Kühn

Ausstellung vom 30. Juni bis 31. Juli 2020

Ort: Galerie Himmelreich, Breiter Weg 213b in 39104 Magdeburg

Eröffnung am 30. Juni 2020 um 19 Uhr

Metallplastik – Mobilés – Leuchter – Schriftplatten

Fritz Kühn (1910 Berlin – 1967 Berlin)

„Vieles Schöne hat natürliche Vorbilder. Erst die Erfahrung lehrt, sie zu erkennen. Den Reichtum der Formen wahrnehmen und den Adel des Einfachen schätzen zu können, ist eine Gnade. Über die sinnliche Wahrnehmung hinaus hilft die Technik, das Gesehene festzuhalten und in uns zu vertiefen. Unter meinen Arbeiten sind mir die am liebsten, die in sich das Ringen um die Gestaltung in sich tragen und deren Form das innere Gesicht der Natur am Reinsten zum Ausdruck bringt.“

Achim Kühn (*1942 Berlin)

Die Arbeit mit dem Stahl fordert zwei Seelen: eine, die ordnet, nach Regelmäßigkeit verlangt, Exaktheit und Klarheit zum Inhalt hat und eine andere, die nach Ursprünglichkeit, dem Dynamischen, auch Chaotischen sucht. In meinen Arbeiten, besonders den freien plastischen Werken, versuch ich, diese Seelen durch die „Sprache des Stahls“ zu prägen. Erst der glühendweiche Stahl auf dem Amboß eröffnet Kreativität, die Entwicklung von ursprünglichen Kräften. Der Schmied muss sein Material von innen her erfahren, sich einlassen, sich mit ihm messen und seinen Widerstand begreifen. Bei der Verwendung verschiedener Materialien entsteht aus der innewohnenden Spezifik des Einzelnen eine Symbiose: Raum, Transparenz, Licht und Reflexion werden in einer Form vereinigt.

Schwebender Kristall

Ein glückliches Ende
Odyssee der Stahlplastik „Schwebender Kristall“ von Fritz Kühn aus dem Jahre 1964

Werkstattaufnahme von Fritz Kühn

Im Jahre 2010 wurden wir informiert, dass der bisherige Standort der 11 Meter hohen Stahlplastik vakant werden könnte. Die Stadt Düsseldorf hatte diese Fläche und das daneben liegende Grundstück mit mehreren Schulbauten verkauft. Der neue Eigentümer beräumte 2013 so intensiv, dass das Kunstwerk nun als verschollen galt. Journalisten halfen bei der Suche und wurden auf einem Lagerplatz der Stadt fündig.

Foto von Fritz Kühn nach der Montage vor Ort, 1962

50 Jahre nach der Aufstellung bedurfte das Kunstwerk einiger restauratorischer Maßnahmen. Es wurde in eine Fachwerkstatt nach Duisburg geliefert.

Die Düsseldorfer Kulturverwaltung bewilligte 2016 gemeinsam mit den weiteren zustimmungspflichtigen Ämtern endlich einen neuen Standort. Es stellte sich heraus, dass dieser Standort am Kennedy-Damm bereits bei der Beauftragung an Fritz Kühn im Jahre 1962 von ihm selbst und dem damaligen Stadtbaudirektor Heyne favorisiert worden war. Weitere Sommer und Winter vergingen – Mails flogen hin und her. 2018 standen die Kosten für Fundament und Aufstellung zur Verfügung und am 09. April 2019 lieferte die Duisburger Werkstatt das Kunstwerk per Tieflader an, um es mittels Kran in das vorbereitete Fundament zu setzen. Viel Presse war anwesend und die Düsseldorfer Regional-Abendschau berichtete.

Aufstellung am neuen Standort am 09.04.2019, Foto Achim Kühn

Wir danken an dieser Stelle Herrn Kulturbürgermeister F. G. Conzen sowie dem Kulturamt unter Leitung von Frau M. Schirge.

Wichtig: Berichtigung einer Falschmeldung

Im Verlag jovis erschien Ende November der Titel: „St. Hedwig-Kathedrale Berlin – Hans Schwipperts Mahnmal für den Frieden

Auf 12 Seiten wird das Schaffen von Fritz Kühn für die Kathedrale gezeigt, leider mit schwerwiegenden Fehlern!
Die Arbeit auf S. 91 ist nicht von Fritz Kühn, sondern vom Kunstschmied Philipp Schrepfer. Auf S. 88 ist ein undatiertes Schreiben an ein unbekanntes Hochzeitspaar gerichtet. Die Autorin suggeriert, es wäre an Fritz Kühn gerichtet.

Positiv ist:
In Text und Bild nehmen Gegner Stellung zu der Idee des Bistums: Deckel drauf, das Loch muss zu. Architekt Schwippert stellte die Zerstörung des Gotteshauses im 2. Weltkrieg – die Bomben hatten einen Krater verursacht bis tief in die Unterkirche – in den Mittelpunkt seiner Gedanken zum Wiederaufbau.

Indem er den Deckendurchbruch offen ließ, schuf er ein Memento mori als Mahnung vor Kriegen. Dieser vor 55 Jahren geweihte Gedenkraum und sämtliche Kunstwerke, einschließlich Kirchenfenstern und Kuppelkreuz sollen nach dem Willen von Erzbischof Dr. Koch zerstört werden.

Die Künstler und deren Erben haben mit Unterstützung der Deutschen
Stiftung Denkmalschutz gegen diesen Vandalismus Klage vor dem Landgericht Berlin eingereicht.

St. Hedwig Berlin – hochaktuell

KULTURERBE  BEWAHREN              DENKMALZERSTÖRUNG VERHINDERN!

Geschichtsphase 1

Die heutige Kathedrale im Herzen Berlins ließ König Friedrich II ab 1747 als 1. katholische Kirche nach der Reformation in Preußen errichten.

Geschichtsphase 2

Im 2. Weltkrieg zerstört und ausgebrannt wurde bereits 1947 ein Wiederaufbau beschlossen, der sich zu einem deutsch-deutschen Wunder der Zusammenarbeit auf dem Boden der sowjetischen Zone, später Ostberlin entwickelte und überwiegend durch Spenden finanziert wurde. Der Bischof von Limburg ruft im Oktober 1951 auf:

Die Hedwigskirche wurde einst erbaut durch die Hilfe des gesamten katholischen Deutschlands. Heute liegt sie noch in Trümmern. Aber sie soll und muß wiedererstehen als ein Symbol, dass Osten und Westen zusammengehören …

Geschichtsphase 3

Der Düsseldorfer Architekt Hans Schwippert (1899-1973) – Schüler des Kirchenbaumeisters Rudolf Schwarz (1897-1961) wurde 1955 beauftragt, eine Neugestaltung des Innenraumes nach zeitgemäßer Liturgie-Auffassung zu entwerfen. Schwippert führte Künstler, Ingenieure und Bauarbeiter aus Ost und West zusammen. Das benötigte Material kam überwiegend über Westberlin. Es arbeiteten zwischen 1947 und 1963 am Kirchenprojekt, aus Ost und West, Gläubige, Atheisten, Angehörige von Parteien und Bürger die Geld verdienen wollten. Es wirkten 4 Künstler aus Ost- und 3 Künstler aus West-Deutschland zusammen.

Aktuelle Phase

Gebäude und Innenraumgestaltung wurden 1976 als Denkmal unter Schutz gestellt. Renovierungsarbeiten wurden vor und nach 1990 vernachlässigt. 2013 entschied der amtierende Erzbischof einen Radikalumbau und die Vernichtung der Innenraumgestaltung, einschließlich des Kuppelkreuzes. Die Fachwelt leistet seitdem Widerstand. Die Unesco-Weltkulturerbe-Kommission missbilligt die Umbaupläne, ebenso die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Letztere finanziert die Klage der Künstler und Erben der Rechte von Hans Schwippert.

P R O T E S T – A U F R U F

Bitte beteiligen Sie sich an der Petition:

Kein katholischer Bauskandal in Berlin

Petitions-Webadresse:

www.change.org/p/deutsche-bischofskonferenz-kein-katholischer-bauskandal-in-berlin

Bericht über eine Sensation

Fritz Kühn entdeckte in den Trümmern des kriegszerstörten Berliner Stadtschloß eine kaum beschädigte Tür (H 2050 cm, B 148 cm, Gewicht um 500 kg). Er wandte sich an den Magistrat, durfte das Original kaufen, transportierte es in seine Werkstatt, um es – vor fremden Augen geschützt –  zu bewahren.

Sechs Jahrzehnte später: der 1976 am Ort des Schlosses errichtete „Palast der Republik“ ist abgerissen. Die umstrittene Replik der Schlossfassade für den Neubau des kulturellen Zentrums Humboldt Forum entsteht. Der Deutsche Bundestag beschließt, dass als Ehrung  für den Bildhauer Andreas Schlüter (1659-1714), dessen barocke Fassung an drei Fronten des Neubaus rekonstruiert werden soll.

Die Tür jedoch stammt aus der Wilhelminischen Zeit. Das schwere Original, schloss links neben Portal IV einen Raum für Soldaten ab. Es verfügt über drei, schnell zu öffnenden Schießscharten und eine weitere Besonderheit: der reiche geschmiedete Schmuck wurde beidseitig aufgebracht.

Detail mit drei Schießscharten

Am 12. Juli 2018 erfolgte die Übergabe an den Förderverein Berliner Schloß e.V.. Die Kuratoren der Stiftung Humboldt Forum werden die Tür und zwei originale Ornamente aus dem großen Portal IV in die Dauerausstellung über die Geschichte des Berliner Stadtschloss einfügen.

Fritz Kühn und Achim Kühn, die als Bildhauer und Restauratoren beim Wiederaufbau vieler Gebäude der Historischen Berliner Mitte mitwirkten, bezeugen durch Rettung und Bewahrung auch dieser einzigartigen Originale ihren Standpunkt: die Wichtigkeit des Erhalts kultureller Werte aus allen Epochen.

Orte der Erinnerung – Auferstanden aus Ruinen

Arbeiten von Fritz Kühn für die Kathedrale St. Hedwig Berlin nach der Zerstörung am 02.03.1943

Bereits 1946 begannen erste Bausicherungsmaßnahmen. 1955 übertrug Bischof Weskamm dem Architekten Hans Schwippert die Neugestaltung des Innenraumes in zeitgemäßer lithurgischer Fassung. Nach der Teilung Berlins befand sich das Gebäude im Bereich von Ostberlin. Dennoch ließen die Ostberliner Behörden den Wiederaufbau zu und behinderten die Einfuhr benötigten Materials kaum. Fritz Kühn wurde frühzeitig einbezogen.

Foto: Harry Schmidt

Seine Arbeit für den bundesdeutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel 1958 glich einer politischen Sensation. Es war der Beginn einer Auftragsflut, unabhängig von der politischen Situation im geteilten Land. Für die Schließung der Kuppel konnte er 1958 seinen Entwurf eines lichtdurchlässigen Oberlichtes und das 2,90 m hohe Kuppelkreuz realisieren. Der Innenraum wird geprägt durch sein außergewöhnliches Geländer aus Bronze und geschliffenem Glas.

Die zeithistorisch bedeutende deutsch-deutsche Zusammenarbeit war nicht nur geprägt durch Künstler aus Aachen, Bonn, (Ost)Berlin, Düsseldorf, Dresden und Erfurt, sondern zudem durch  Ingenieure  und Bauarbeiter – bis zum Mauerbau 1961 – aus beiden Teilen Berlins.

Dieser zeit- und kunsthistorisch bedeutende gesamtdeutsche Erinnerungsort soll nach dem Willen des seit 2015 amtierenden Erzbischof Dr. Koch einem 60 Mio-EUR teuren Totalumbau weichen. Die Umbaupläne stoßen weltweit auf den Widerstand von Kunsthistorikern, Künstlern und Denkmalpflegern und großen Teilen der Katholiken in Berlin. Bevorzugt wird eine Renovierung des Bestandes.

Bund und Land Berlin haben 20 Millionen zugesagt. Weitere 20 Mio-EUR sollen die deutschen Bistümer beisteuern. Kardinal Woelki – Vorgänger von Erzbischof Dr. Koch – warnt öffentlich vor Machtsstreben und Geltungssucht in der katholischen Kirche. Das Bistum Hamburg beklagt, aus finanzieller Not mehrere katholische Schulen schließen zu müssen.

Atelieradvent 2017

In diesem Jahr findet unser traditioneller Atelieradvent vom 01. – 03.12. 2017 immer von 16 – 22 Uhr statt. Wenn Sie noch auf der Suche nach einem besonderen Geschenk sind, dann kommen Sie doch vorbei. Unsere diesjährigen Künstlergäste und wir heißen Sie herzlich willkommen.

Die schönen Hosen – der Fotograf Fritz Kühn

50. Todestag Fritz Kühn und 80. Jahre seit der Gründung des Ateliers

Zu diesem Anlass präsentiert die Fotogalerie Friedrichshain eine große Auswahl an Bildern aus dem photographischen Nachlass von Fritz Kühn.

Eröffnung der Ausstellung „Die schönen Hosen – der Fotograf Fritz Kühn“ ist am Donnerstag, dem 28. September um 19 Uhr. Sie sind herzlich eingeladen.

Weitere Highlights der Ausstellung:

19. Oktober um 19 Uhr
Filmvorführung „Lebendes Eisen“ (1954) in Anwesenheit von Achim Kühn

10. November um 19 Uhr
Lesung mit Helgard Kühn aus den Büchern „Wasser, Erde, Luft …Eisen“ und „Die Kleinen Dinge bauen die Welt“ von Fritz Kühn. Ende der Ausstellung ist am 10. November 2017.

Ausstellungsort:

FotogalerieFriedrichshain
Helsingforser Platz 1
10243 Berlin

Weiter Informationen finden Sie hier.

50. Todestag von Fritz Kühn

Liebe Freunde der Metall- und Schmiedekunst,

am 31. Juli – heute vor 50 Jahren – riss der Sensenmann Fritz Kühn unvermittelt aus seinem intensiven Leben. Der MDR widmet dem Künstler aus diesem Anlass sein heutiges Kalenderblatt.

Wir freuen uns darüber!

Gern geben wir den umfassend, recherchierten Beitrag an Sie/Euch weiter:

Der Mann, der Metall zum Leben erweckte

Unser Engagement seit 1990, die Zusage des Magistrats von Berlin von 1988 von den Verantwortlichen im Kultursenat und dem Bezirksamt Treptow-Köpenick wieder  zu beleben, den gesamten Nachlass zu übernehmen und in einem in Berlin ab 1991 neu zu errichtenden Sammlungsgebäude für Metallkunst zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, zog eine Straßenbenennung, eine Namensgebung für eine Schule, sowie der Ehrung der Grabstelle als Ehrengrab Berlin nach sich, die Umsetzung der Übernahme der Sammlung steht noch aus.

Ich glaube fest daran, dass gerade auch heute in einem offenen multikulturellen Europa, zeithistorische und kulturelle Werte, wie sie der Europäer Fritz Kühn im zugemauerten Land, jedoch jenseits des Diktatur-Mainstreams geschaffen hat, für künftige Generationen ein wichtiger Beleg einer unabhängigen Schaffenskultur sein wird.

„Die schwierigste Aufgabe, die jeder Mensch zu bewältigen hat, ist die, nie aufzugeben“ sagt Ernst Ferstl, Schriftsteller/Östereich

Herzliche Grüße

Helgard Kühn

Nachlassverwaltung Fritz Kühn im Atelier Achim Kühn